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Union Ruderverein Pöchlarn - Von der Gründung in die Gegenwart

Im Spätwinter 1962 waren es einige Jugendliche, die mit dem Gedanken spielten, die Freizeit sinnvoller zu gestallten. An der Donau aufgewachsen, wollten sie die sich daraus ergebene Möglichkeit nützen und Wassersport zu betreiben. In einem Stadel, beim Anblick eines damals so genannten „Rollers“, der in Besitz einiger Pöchlarner Bürger war. Dieses Boot war ihnen von der Familie Demmer mit der Auflage überlassen worden, es Rudersportinteressierten zu Verfügung zu stellen. Nach dem das Einvernehmen hergestellt und die Benützungsregeln abgesprochen waren, stand im Frühjahr der ersten Ausfahrt nichts mehr im Wege.
Dass es davor noch zu Diskussionen, wegen vorne und hinten, grün oder rot, sowie der „Nase“ auf den Rudern, deren Nummerierung und den „Kastendollen“ auf einem Boot mit seitlich versetzten „Rollsitzen“ kam, ist nur zu Verständlich. Es wurde aber bald zu einem anschaulichen Geplätscher und zu einem Erlebnis, das trotz zerschundener Hände und schmerzendem Sitzfleisch, nach Wiederholung rief. Die Geburtsstunde des Pöchlarner Rudervereins.
Nach einigen Vor- und Informationsgesprächen wurde am 22. Mai 1962 im „Hotel Nibelungenhof“ die Gründungsversammlung abgehalten. Zum Obmann wurde Herr Hans Andritz, Installateurmeister in Pöchlarn, gewählt. Das Protokoll der Sitzung und die Satzungen wurden der Vereinsbehörde angezeigt und mit der amtlichen „Nichtuntersagung“ war der Ruderverein Pöchlarn gegründet.
Schon beim Anrudern 1963 wurde ein Zweier-ohne von der Bootswerft Lampl und das Gründungsgeschenk des ÖRV, ein Schellenbacher C-Vierer getauft. Kurz nachdem der erste Bootsunterstand fertiggestellt war, musste er einem Neubau weichen. Die Boote lagerten daher zum Teil im Freien auf der Donaulände. In diesen Zeitraum vielen auch unsere ersten Regattaerfolge. Pöchlarns Wirtschaft hatte uns finanziell unterstütz um uns so Auslandsstarts zu ermöglichen. Darauf wurde aber verzichtet. Mit den Mitteln wurde ein gebrauchter VW-Bus angekauft um in Zukunft die Regatten problemloser beschicken zu können. Die Bestrebungen, ein Bootshaus zu errichten, wurden auch immer intensiver. Ein Entwurf des damaligen Obmanns, Herbert Ellegast, ein Bootshaus auf der „Insel“ zu errichten schien realisierbar. Auf dem angeschwemmten Augebiet zwischen Mühlbach und Donau sollte ein Holzhaus auf 40 Lärchenpfählen entstehen. Der damalige ÖRV-Präsident, Oberst Ing. Müller-Elblein, war auch NÖ-Truppeninspektor und hat den Verein dabei mit dem Pionierbataillon Melk tatkräftigst unterstützt.
Einer der schönsten Tage der Vereinsgeschichte war die Einweihung des Bootshauses im Juni 1970. Danach erlebte der Ruderbetrieb einen enormen Aufschwung und ware auch eine gern genutzte Wanderruderstation. Bis zu 350 Wassersportler übernachteten in Pöchlarn. Der Mitgliederstand überschritt erstmals die 100-er Grenze. Regatten in Österreich und Bayern sowie NÖ-Landes-meisterschaften wurden siegreich beendet. Mit den Erfolgen bei Österr. Leistungstagen, Schüler- und Juniorencups sowie verschiedenen kulturellen Veranstaltungen wurde der Grundstein für ein gesundes Vereinsleben gelegt.
Dies war auch nötig um die bevorstehende Großbaustelle Kraftwerk Melk zu bewältigen. Da die Räumlichkeiten bereits zu klein geworden waren wurde an einen gleichzeitigen Um- und Ausbau des bisherigen Domizils gedacht. In den zwei Jahren der Neugestaltung des Rückstauraumes wurde das Bootshaus in unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden, unterkellert und um das zwei fache vergrößert, in der derzeitigen Form fertiggestellt. Der Trainingsbetrieb wurde zwischenzeitig bei unserem Nachbarverein, der Ruderunion Melk, durchgeführt.
Anlässlich der feierlichen Bootshauseröffnung im Juni 1983 durch die damalige Sportlandesrätin Liese Prokop, gab Obmann Heinz Reiterlehner, nach 13 wirkungsvollen Jahren, das Amt an seinen bisherigen Stellvertreter und sportlichen Leiter, Peter Kaufmann weiter.
Durch die gleichzeitig durchgeführte Taufe von sieben Booten, darunter auch ein gebrauchter Achter, war die Flotte mittlerweile auf fünfzehn Boote angewachsen.
Die folgenden Jahre waren auch geprägt von vielen Aktivitäten wie Ö.-Rudertag, „25-Jahrfeier“, Ö.-Anrudern, zwei Langstreckenregatten und den ersten Sternfahrten nach Pöchlarn. Dieser Saisonstart lockt seit 1988 bis zu 220 Wanderruderer in die Nibelungenstadt.
Die zweiten 25 Jahre brachten auf dem Sektor Breitensport zahlreichen Wanderfahrten auf Flüssen und Seen in halb Europa mit bis zu 30 Teilnehmern. Dabei haben wurden auch Versuche unternommen Brückenpfeiler zu versetzen, neugestaltete Sohlschwellen wieder einzuebnen, oder die Anziehungskraft von Bojen zu erforschen.
Die Gesamtwertung der Sternfahrten wurde bisher fünf Mal auf Rang Drei beendet. 2013 wurde der erste Gesamtsieg gefeiert. Drei Mal stellte der URVP die meisten Teilnehmer und acht Mal die Crew mit der weitesten Fahrt nach Punkten. Die Jahreskilometer pendeln zwischen 23- und 30-tausend. Die Bootshallen beherbergen mittlerweile 30 Boote für 120 Mitglieder.
Im Spitzensport waren die Erfolge noch bedeutender. Den ersten Medaillen bei Österr. Meisterschaften nach 1978 und 1993 folgte 1994 eine Silberne im JM2x mit der ersten internationalen Entsendung durch den ÖRV.
Die Jahre 2000 bis 2012 waren geprägt durch die nationalen und internationalen Erfolge unter der Leitung von Trainer Gerhard Wolfsberger. Die ersten Siege bei ÖM wurden 2003 im L-JW 1x durch Caroline Emsenhuber und im JW 1x durch Sandra Wolfsberger gefeiert. Sandra siegte auch bei der Jun.-EM im Doppelvierer. 2004 gewannen Sabrina Wolfsberger und Sara Schram im SchW2x. 2005 folgte ein Titel im L-JM1x durch Alex Rath. Staatsmeister im Frauen-Doppelvierer wurden 2006 S. Wolfsberger/M. Maier/C. Emsenhuber/ Sb. Wolfsberger. Jährliche Entsendungen zu U23-WM, WM und EM beherrschten diese13 Jahre.
Den krönenden Abschluss setzte 2012 Alex Rath mit dem Sieg im Leichtgewichts-Doppelvierer beim Ruder-Weltcup in München und dem 10 Platz bei der WM in Neuseeland.
Nach 31 Jahren übergab Peter Kaufmann 2014 die Vereinsführung an Mag. Klaus Köninger.

Text: Ehrenobmann Peter Kaufman

 

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